Technologie für besseres Leben

Bereits seit Jahren vollzieht sich erst im Stillen, seit einiger Zeit auch deutlich in der Öffentlichkeit sichtbar ein Wandel beim Forchheim Traditionsunternehmen Kaiser. Lange Jahre als Elektrofirma bekannt, führte Geschäftsführer Peter Kaiser das Unternehmen zu seiner neuen Aufgabe als Fachplanungsbüro hin. Fachplanungsbüros für Elektro und Heizung/Sanitär ergänzen bei großen und komplexen Gebäuden die Funktionen des Architekten um eben diese Bereiche, planen lange vor Installation gemeinsam mit dem Kunden diese heute wesentlichen Schlüsseltechnologien am modernen Bau. Zum 01.01.2018 hatte Kaiser im Rahmen eines Generationenwechsels das frühere Büro Amm aus dem mittelfränkischen Seukendorf übernommen und firmiert seitdem als „Kaiser-Amm TGA-Planung 4.0“. Neben vielen bedeutenden regionalen Kunden betreut das Büro auch wesentliche Projekte im Raum München. 

Vor kurzem kamen weitere hinzu, die bisher „jenseits meiner unternehmerischen Vorstellungskraft“ waren, so Kaiser. Mit 720 Wohneinheiten ist eines der derzeit umstrittensten Großprojekte im Raum München für 2019 im Auftragsbuch und danach 820 Einheiten in Hamburg.

Kaiser war viele Jahre in verschiedenen Bereichen sozial engagiert. Daraus ergab sich schon lange seine Leidenschaft, sein Technikwissen auch für benachteiligte Menschen zu nutzen. So unterstützt er mit seinen Vernetzungen querschnittsgelähmte Menschen im Hinblick auf weitgehende Selbständigkeit im Alltag. Durch die Ansiedlung im Medical Valley ergab sich die Idee, diese Technologien einer weitaus größeren Gruppe von Betroffenen zugänglich zu machen. Idee war es, dass die Betroffenen ein weitgehend selbstbestimmtes Leben in Würde führen können. Durch die Unterstützung in der Antragstellung der Fördermittel durch Herrn Wendel von der Medical Valley EMN e.V., erhielt die Kaiser-Amm GmbH nun in einem Wettbewerb gegen andere Einrichtungen den Zuschlag für den Forschungsauftrag für schwerstquerschnittsgelähmte Menschen, den der Freistaat Bayern mit einer Fördermittelpreiszuteilung in 6 stelliger Höhe bedachte. Gemeinsam mit dem Institut IDC der Wilhelm-Löhe-Hochschule in Fürth, erstellt Herr Kaiser einen „Atlas“ im Rahmen dieses Forschungsprojektes. Dies ist ein Buch, in dem alle Bauprodukte, wie elektrische Türen, Fenster, Sprechanlagen, Sanitärgegenstände kategorisiert werden im Hinblick auf ihre Bedienbarkeit für Behinderte. Dieser Atlas soll das Standardwerk für Planungen im Pflegebereich werden. Im dritten Schritt erstellt Kaiser-Amm dann für jedes der möglichen Produkte Softwarebausteine, um künftig in Kliniken, Pflegeheimen und Privatwohnhäusern mit überschaubarem Aufwand eine Automatisierung umzusetzen. 

Das Forschungsinstitut IDC freue sich sehr auf die Mitwirkung im Projekt, da die Befassung mit Implementierungshürden von Technologien noch zu selten aufgegriffen würde, so IDC-Leiter Prof. Jürgen Zerth und insbesondere der Fokus auf gezielte Anwenderinformationen ein wesentlicher Hebel sei. So seien selten technische Barrieren ursächlich für erfolgreiche oder nicht erfolgreiche Implementierung, sondern es gehe darum, die Nutzen- und Akzeptanzpotenziale von Nutzer und Nutzerinnen als auch ökonomische Barrieren gezielt zu analysieren. INKA will ein Mapping geeigneter Assistenztechnologien für Menschen mit Querschnittslähmung aufarbeiten. Hier seien zwei Bedarfslinien zu berücksichtigen, einerseits Querschnittslähmungen nach akuten Phänomen, etwa Unfällen, als auch Querschnittslähmungen, die aus chronischen Krankheiten, etwa ALS oder MS, resultieren. Wohingegen beim ersten Fall der Kontakt mit Pflegetechnologien in den Schwerpunktzentren erfolge und die Patienten und Patientinnen etwa nach Unfällen im Durchschnitt jünger seien, würden Querschnittslähmungen aus chronischen Krankheiten im höheren Alter auftreten und es vermischen sich somit die Aspekte von Betreuung und Pflege. Peter Jaensch, der als zuständiger Mitarbeiter des IDC das Projekt betreut, skizzierte die wissenschaftliche Vorgehensweise, literatur- und fallstudienbasiert Bedarfsanalysen für Assistenztechnologien systematisch zu erheben und diese dann zusammen mit dem technischen Projektpartner auf die Verfügbarkeit von marktfähigen Produkten und Lösungen zu untersuchen. Am Ende könne INKA eine Art Technikregister darstellen, das eine handhabbare Informationsquelle für Architekten, Handwerker, Fachplaner, Pflegeanbieter und letztendlich den Bürger bieten solle, so Jürgen Zerth. 

Enorm freut sich auch Alt-Oberbürgermeister Franz Stumpf, heute Geschäftsführer bei Medical Valley und Vorsitzender der Bayerischen Krankenhaugesellschaft. Er hatte 2016 entschieden, dass Kaiser damals als erster Mieter in das neue Medical Valley Center in Forchheim einziehen darf. Und dafür viel Kritik erhalten, weil Verantwortliche in Politik und Öffentlichkeit Kaiser „nur“ als Elektrofirma kannten und keinen Zusammenhang mit Forschung sahen. „Umso mehr freue ich mich, dass Kaiser-Amm nun als eine der ganz wenigen Forchheimer Firmen, einen Forschungsauftrag des Freistaats erhalten hat und damit auch der Freistaat des Potential sieht, dass in diesem Unternehmen steckt. Noch wichtiger ist mir aber, dass dieses Projekt nach Fertigstellung unmittelbar zur Lebenserleichterung bei Schwerstquerschnittsgelähmten führt. Ich hätte mir solche Technologien bereits beim Krankenhausbau gewünscht, da war die Zeit aber leider noch nicht reif dafür“.

Sichtlich beeindruckt ist Geschäftsführer Peter Kaiser selbst. „Ich hatte immer unternehmerisch viele Ideen und Visionen. Bereits seit einiger Zeit sind wir weit über diese Ziele hinaus. Dass ein ehemaliger Forchheimer Handwerksbetrieb sich soweit entwickeln kann, dass der Freistaat Bayern ihn mit einem Forschungsauftrag „adelt“ und wir uns damit gegen renommierte Einrichtungen wie Universitäten durchsetzen konnten, macht mich unendlich stolz. Ich freue mich riesig darauf, unser Know-How Betroffenen bereitstellen zu dürfen, die es dringend brauchen können, weil sie selbst bei Kleinigkeiten des Alltags auf andere angewiesen sind.“, so Kaiser. Die Ergebnisse des Forschungsauftrags werden unmittelbar in die bundesweite Normung Einzug halten, weil Kaiser auch stellv. Obmann des für diese Frage führenden Normengremiums beim DIN-VDE ist.

Editorial Peter Kaiser
Peter Kaiser

Seit Menschengedenken träumen Menschen diesen einen Traum: Den vom „eigenen Heim“, dem „Dach über dem Kopf“ und später den von den „eigenen vier Wänden“. Grundlage sind intimste Bedürfnisse wie Schutz und Fürsorge - elementare Bestandteile unseres Seins und unserer Verantwortung für andere – unserer Familie und allem, was uns „lieb und teuer“ ist.

Aber zu diesen innersten Antrieben gehören auch Merkmale unseres Lebens in großen Gemeinschaften – Zusammenhalt und Miteinander einerseits - Prestige, Abgrenzung und Individualität andererseits.

Nach den vielen Epochen der Architekturgeschichte stehen wir nun vor einen völlig neuen – die bisher nie gekannten Dimensionen in das „Haus“ einbezieht: Das digitale Zeitalter als neues Grundbedürfnis der Menschen – ob privat oder beruflich. Und genau hier sind wir „zuhause“: Wir sind die Spezialisten für solche Anforderungen – wir stellen uns dieser Verantwortung. Mit Praxiserfahrung wie kaum ein anderer begleiten wir Sie bei Ihren Ideen und Träumen – mögen Sie auch scheinbar noch so ausgefallen sein. Wir sind „Designer“ und nicht „Techniker“ - immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen – in Stadt und Land – auf Bergen oder in Tälern – in der Kälte oder der Wüste. Bei uns gibt es nichts von der „Stange“.

Gemeinsam mit Ihnen entwickeln wir Ihre Projekte, verwirklichen wir Ihre Träume. Oder um mit Julia Engelmann zu sprechen: „Lassen Sie uns gemeinsam Geschichten schreiben, an die wir uns später gerne erinnern.“.

Wir freuen uns darauf – und auf Sie.

Ihr
Peter Kaiser